Kreditzinsen – welche Zinsen sind wichtig?

Kreditzinsen werden unterschiedlich angegeben und berechnet, wobei sich die Unterschiede sowohl auf die Laufzeit eines Kredites als auch den Bezug der Zinsen auf bestimmte Rahmenbedingungen beziehen. Bei länger laufenden Annuitätendarlehen wird daher der Sollzins (gebunden oder nicht) und der effektive Jahreszins unterschieden, des Weiteren gibt es sehr kurzfristige Zinsen bei Dispositionskrediten und Kreditkartenverfügungen, und drittens muss noch bei den Sollzinsen zwischen festen (gebundenen) und variablen Zinsen unterschieden werden.

Kurz- und langlaufende Kreditzinsen

Wer einen Dispositionskredit oder ein Verfügung per Kreditkarten in Anspruch nimmt, zahlt sehr kurzfristige Kreditzinsen, die meist relativ hoch ausfallen. Sie werden taggenau berechnet, was prinzipiell zwar mit allen Kredit- und Anlagezinsen geschieht, aber nur bei Kurzläufern eine Rolle spielt. Der Kreditnehmer hat schließlich die Möglichkeit, den eingeräumten Kredit sehr flexibel zurückzuzahlen, gerade bei Dispositions- und Kreditkartenzinsen gibt es hier keinerlei Einschränkungen (im Unterschied zum Verfügungskredit, der eine monatliche Mindestrückzahlung erfordert). Die Zinsen müssen also ebenso flexibel berechnet werden, was auch geschieht, selbst wenn die Abrechnungsmodi monatlich oder quartalsweise erfolgen.

Anders verhält es sich bei langlaufenden Annuitätendarlehen, die gleichbleibend und meist monatlich getilgt werden. Auch hier erfolgt im Grunde eine taggenaue Berechnung der Kreditzinsen, die aber nur bei einer vorfristigen Kündigung eine Rolle spielt. Diese vorfristige Kündigungsmöglichkeit muss vereinbart werden und ist regelmäßig an enge Rahmenbedingungen geknüpft. Aufgrund dieser Planungssicherheit räumen die Banken bei Langläufern wesentlich niedrigere Zinsen ein.

Effektiver Jahreszins

Dieser Zins interessiert bei langlaufenden Annuitätendarlehen, die gleichmäßig getilgt werden. Im effektiven Jahreszins sind alle banküblichen Gebühren und Provisionen enthalten, zudem kann – muss aber nicht – der effektive Jahreszins an die Laufzeit gebunden sein. Im Grunde sollte er das, weil zwangsläufig bei längerer Tilgungsdauer die Zinsbelastung auf die ausstehende Restsumme höher ausfällt. Einige Banken haben aber andere Modelle entwickelt und werben damit, dass der effektive Jahreszins unabhängig von der Laufzeit immer gleich bleibt. Im Grunde bilden solche Banken einen Durchschnittszins für alle Kredite und berechnen daraus einen gleichbleibenden effektiven Jahreszins für alle Kreditnehmer, der eine Quersubventionierung von den Kurz- zu den Langläufern bedingt.

Sollzins

Der Sollzins ist derjenige Zins, den ein Kreditgeber auf ein Darlehen unabhängig von allen Gebühren und der Laufzeit verlangt. Der Sollzins kann trotzdem von der Bonität des Kreditnehmers abhängen, des Weiteren kann er gebunden oder ungebunden (variabel) sein. Ein gebundener Sollzins bleibt über die Laufzeit des Kredites gleich, unabhängig vom Kapitalmarktzins. Bei Hypothekendarlehen wird für den gebundenen Sollzins eine Zinsbindungsfrist (meist 10 oder 15 Jahre) festgelegt. Der ungebundene, variable Sollzins hingegen kann und wird mit den Kapitalmarktzinsen schwanken. Bei Unternehmenskrediten oder auch Fremdwährungsdarlehen für Hypothekenfinanzierungen wird der ungebundene Sollzins angewendet.