Der Kreditkartenmarkt gerät nach langer Zeit auch mal wieder in Bewegung, denn der Kreditkartenkonzern VISA will die sogenannten Interbankenentgelte senken. Hierbei handelt es sich um die Gebühren, die VISA einem Einzelhändler, der Kreditkartenzahlung akzeptiert, in Rechnung stellt. Diese sollen generell auf 0,2 Prozent der Kaufsumme gesenkt werden. Von den Händlern werden diese Gebühren meist auf die Kunden abgewälzt. Wie dies nun aussieht ist fraglich, denn immerhin bedeutet eine Begrenzung auf 0,2 Prozent der Kaufsumme bei inländischen Zahlungen für die Händler eine Gebührensenkung von 60 Prozent. Wenn es sich indes um grenzüberschreitende Zahlungsgebühren handelt, dann würde dies eine Gebührensenkung von 30 Prozent bedeuten.
Was VISA nun macht, macht das Kreditkartenunternehmen allerdings nicht freiwillig. Denn die Initiative, die VISA nun an den Tag legt ist auf eine Initiative der EU-Kommission zurückzuführen. Dies hat die Ansicht, dass die VISA-Gebühren den Wettbewerb unter den Händlerbanken beschränken sollen. Wenn VISA die Gebühren nichtsenken würde, dann würde die EU-Kommission Zwangsmaßnahmen einleiten. Deutsche Verbraucher sollten sich allerdings nicht zu früh freuen, denn für Deutschland gilt dies bei Inlandszahlungen nicht, denn in Deutschland bestimmt nicht VISA die Höhe der Gebühren, sondern die jeweilige Bank. VISA-Konkurrent MasterCard hat im Übrigen schon im April 2009 seine Kartenzahlungsgebühren gesenkt.
Aber für die Debitkarten gilt diese neue Gebührenhöhe durchaus. Dabei würden die Gebühren für die in Deutschland gängigen Charge-Karten in einem laufenden Kartellverfahren der EU-Kommission weiterhin untersucht. Was VISA hier vorgeschlagen hat, wird nun den anderen Marktteilnehmern vorgelegt. Diese erhalten hierdurch Gelegenheit zum Vorschlag von VISA Europe Stellung zu nehmen. Wenn dieser Vorschlag hier Zuspruch findet, dann wird die EU-Kommission diesen Vorschlag per Beschluss für rechtsverbindlich erklären. Dies würde auch das Kartellverfahren beenden.