Der Kreditkartenanbieter Visa will den Missbrauch beim bargeldlosen Zahlungsverkehr in Zukunft stark erschweren. Bei Abbuchungen von Ihrer Kreditkarte sollen die Karteninhaber mit einer SMS-Nachricht informiert werden. Schon ab April diesen Jahres soll das Verfahren „Visa Alert“ eingeführt werden, so ließ der Deutschland-Chef von Visa Europe, Ottmar Bloching, am Dienstag in Frankfurt verkünden. Diese neue Sicherheitsmaßnahme führt dann dazu, dass nun alle Kreditkarteninhaber per SMS auf ihr Handy umgehend informiert werden, wenn mit ihrer Visa Kreditkarte bezahlt wurde. Durch diese neue Methode soll ein möglicher Missbrauch schneller entdeckt und besser verfolgt werden können.
Von den jüngsten technischen Problemen mit den fehlerhaft programmierten Chipkarten bei EC- und Kreditkarten sind in Deutschland nur etwa 950 000 von insgesamt 11,9 Millionen Visa Kreditkarten betroffen und es wird an einer schnellen Lösung gearbeitet. Millionen Bankkunden konnten Anfang Januar kein Geld mit ihren Karten abheben oder bargeldlos mit der Kreditkarte bezahlen. Ursache der Probleme ist ein Softwarefehler in Sicherheitschips der Karten. Auf Schadenersatzforderungen gegenüber dem französischen Chip Hersteller Gemalto, von dem die fehlerhaften Chips stammen, sehe Visa aber trotz entgangener Umsätze ab.
In Zukunft will Visa auch durch zusätzliche sogenannte VPAY-Karten mehr Sicherheit im Zahlungsverkehr erzielen. Die Anzahl der VPAY Karten in Deutschland soll bis Ende 2010 von zwei Millionen auf rund zehn Millionen gesteigert werden. Die VPAY Karten funktionieren wie eine klassische EC-Karte, sind im Ausland aber nur über die Kombination von Chip und Geheimzahl nutzbar und sind daher gegen potentiellen Missbrauch besser geschützt. Visa meldet stolz, dass seit Einführung der VPAY Karten vor eineinhalb Jahren kein einziger Betrugsfall bekonnt geworden ist.