Gegenwärtig werden in Deutschland mehr als 100.000 Kreditkarten ausgetauscht, weil ein Datenleck in Spanien aufgetreten ist. Gestohlen wurden die Datensätze bei einem spanischen Finanzdienstleister. Von der Umtauschaktion betroffen sind alle Karten der Anbieter Mastercard und Visa, die während der vergangenen Monate in Spanien eingesetzt wurden. Beide Anbieter verfügen zusammen in Deutschland über einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent, die genaue Zahl der im fraglichen Zeitraum in Spanien eingesetzten Kreditkarten ist noch nicht bekannt. Da aber allein die Sparkassen ungefähr 190.000 Karten (lt. einem Pressebericht des Bayerischen Rundfunks) und die Volks und Raiffeisenbanken ca. 60.000 Kreditkarten austauschen, muss von insgesamt mehr als 300.000 auszutauschenden Karten ausgegangen werden.
Deklariert wird die gesamte Austauschaktion als vorsorgliche Maßnahme, was nach jetzigem Informationsstand auch zu stimmen scheint. Zwar sind bei Kunden der Postbank einige falschen Buchungen aufgetreten, aber offenbar handelt es sich tatsächlich um Einzelfälle. Die Verbraucherschutzverbände verzeichnen keinen Anstieg der Zahl diesbezüglicher Beschwerden. Allerdings kritisieren sie die späte Information der Kunden, da die Banken offenbar schon vor vier Wochen über die Unregelmäßigkeiten in Spanien informiert waren.
Für Kunden, die diesbezüglich nicht von Ihrer Bank angeschrieben werden, besteht laut Aussage der betroffenen Banken kein akuter Handlungsbedarf. Allerdings sollten die Abrechnungen der Kreditkarten genau auf nicht autorisierte Abbuchungen kontrolliert werden. Der „Bundesverband Verbraucherzentralen“ rät hingegen, in jedem Fall bei der Bank nachzufragen, ob die eigen Karte möglicherweise betroffen ist, da mit einer ausreichenden Information der Kunden nicht bei allen Banken zu rechnen sei.