Trotz Leitzinssenkung keine billigen Kredite

31. August 2009 by: admin

Die Leitzinsen sind im Euroraum nun schon seit einigen Monaten stark fallend. Mittlerweile hat die Europäische Zentralbank, kurz EZB, den Leitzins sogar auf nur 1,00 Prozent gesenkt, sodass die Leitzinsen sich aktuell wieder auf einem historisch niedrigen Niveau befinden.Die Banken haben ihre Konditionen im Einlagengeschäft prompt angepasst. Spareinlagen rentieren so wenig, wie schon lange nicht mehr.

Deutlich geringer fielen die Zinssenkungen aber bei den Krediten aus, die die Banken vergeben. Viele Banken scheinen die niedrigen Leitzinsen nicht an die Kundschaft weiterzugeben, sondern die hohe Marge zwischen Leitzins und Kreditzinsen für sich nutzen zu wollen.

Prinzipiell profitieren viele Banken so von den Folgen der Finanzkrise. Das billige Geld, welches sich die Banken bei der Notenbank leihen können oder auch von Kunden zu einem niedrigen Zinssatz in Form von Einlagen einwerben können, wird in Form von Ratenkrediten, Dispositionskrediten und Investitionsdarlehen an Privat- und Geschäftskunden weiterverliehen und bietet den Banken gute Verdienstmöglichkeiten trotz der sinkenden Nachfrage nach Krediten seitens der Verbraucher und der Unternehmen.

Damit widerspricht die aktuelle Situation dem Prinzip des harten Wettbewerbs, dem sich die meisten Banken noch vor der Finanzkrise auslieferten. Mit Höchstzinssätzen von meist über 5 Prozent wurden noch vor wenigen Monaten immer wieder neue Kundengelder in Tagesgeldanlagen gelockt, die dann zu nur geringfügig höheren Zinssätzen weiterverliehen wurden. Vor dem Hintergrund der nun deutlich ausgeweiteten Margen dürften viele Banken den Einbruch der Nachfrage nach Krediten überkompensieren und sogar steigende Gewinn erzielen. Insgesamt dürften die meisten Banken – als eigentliche Krisenverursacher – die Finanz- und Wirtschaftskrise so doch noch gut überstehen und als Gewinner überleben.

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