Schmerzlich mussten die Verbraucher in den letzten Monaten feststellen, dass die Zinsen für den Dispokredit die Haushaltskasse deutlich belasten. Das Gesparte jedoch erwirtschaftet zurzeit so gut wie gar keinen nennenswerten Zins. Viele Banken haben seit April den Zins für den Dispokredit erhöht, obwohl die Europäische Zentralbank den Leitzins weiterhin gesenkt hatte. Die EZB hat zwischenzeitlich den Leitzins auf sein historisches Rekordtief von 1 Prozent gesenkt: Die Banken können sich auf diese Weise günstig Geld beschaffen, um Kredite an Unternehmen und Verbraucher zu vergeben. Die EZB reagiert damit auf die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise und nutzt den niedrigen Leitzins als Mittel, um das Wirtschaftswachstum zu stimulieren.
Unabhängig von diesem niedrigen Leitzins verrechnen die meisten Banken für einen Dispokredit jedoch derzeit einen Zins von 12 Prozent. Die Spitzenwerte liegen bei 14 Prozent. Die Banken versuchen damit, den Schaden durch Kreditausfälle aufgrund der drohenden Zunahme der Arbeitslosigkeit aufzufangen. Strittig ist allerdings, ob die hohen Zinsen dem Risiko angemessen sind und nicht eher der Gewinnmarge der Banken dienen. Nicht nur die Zinsen für den Dispokredit belasten das eigene Budget: Auch die Zinsen für den Ratenkredit wurden nicht spürbar gesenkt, sondern bleiben überwiegend auf gleich hohem Niveau.
Allerdings gibt es eine gute Nachricht für alle, die die Finanzierung eines Eigenheims planen: Die Zinsen für Hypothekenkredite sind bis zu 20 Prozent gesunken. Ein guter Zeitpunkt also, um den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen.