Kaum Kredite für deutsche IT-Start-ups


Die Aussage „Kaum Kredite für deutsche IT Start-ups“ ist das erste überraschende Ergebnis einer aktuellen durch die BITKOM durchgeführten Untersuchung. Das zweite stellen die IT-Gründer selbst dar. Demnach sind die typischen Gründer eines Unternehmens der IT-Branche zum einen bei Weitem nicht so jung, wie es allgemein angenommen wird. Außerdem sind sie keinesfalls immer frischgebackene Uni-Absolventen mit einem erfolgreichen Abschluss, sondern eher reife Experten im Bereich IT oder Internettechnologie, die auf ein jahrelanges Berufsleben zurückblicken. Zumal der Studie zufolge das durchschnittliche Alter bei 38 Jahren und die durchschnittliche berufliche Erfahrung bei 17 Jahren (11 darunter in der IT-Branche) beziffert werden. Die Hälfte der Gründer kann einen Uni-Abschluss, die andere Hälfte immerhin eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung nachweisen, gerade Mal ein Drittel davon sind Akademiker.

Erfolgsstorys von Senkrechtstarter a la Facebook, Twitter & CO seien in Deutschland leider viel zu selten, so die Worte vom Bitkom Präsident Prof. Dieter Kempf. Das kann und muss sich ändern.

Warum es deutsche IT-Start-ups schwer haben

Es ist kein Geheimnis, dass deutsche IT-Start-ups gezwungen sind, sich quasi selbst zu finanzieren, und zwar durch Eigenmittel und durch über erste Umsätze erzielte Einnahmen. So kommen im Gründungsjahr fast ein Drittel aus Ersparnissen und nahezu die Hälfte des benötigten Geldes aus den ersten Erlösen. Fremdfinanzierung von IT-Start-ups hat sich dagegen als Fremdwort erwiesen. Die ermittelten Zahlen sprechen Bände: Fremdfinanzierungen durch Kreditinstitute (wie Banken und Sparkassen) werden dabei mit 6 %, durch öffentliche Zuschüsse mit 3 %, durch Venture Capital (Beteiligungskapital) mit gerade mal 5 % beziffert.

Warum es lohnt, deutschen IT-Start-ups unter die Arme zu greifen

Unter der Lupe betrachtet unterscheiden sich junge Unternehmen der IT-Branche von den anderen Branchen in zweierlei Aspekten:

  • Einerseits investieren diese nicht nur viel häufiger, sondern auch viel mehr in Innovation und Zukunft, in Forschung und Entwicklung. Umso höher ist der Bedarf an Geldmitteln, beziffert wird dieser bei 50 % mehr als in den meisten Branchen, in Zahlen sind es im Durchschnitt knapp 70.000 Euro im Gründungsjahr und fast 700.000 Euro während der ersten 4 Jahre, rund 277.000 Euro davon im dritten Jahr. Bei diesen Beträgen wird es klar, warum Banken oder private Kapitalgeber kaum Kredite an IT-Start-ups vergeben wollen.
  • Andererseits sind IT-Start-ups in der Regel echt lohnende Investitionen. Zumal die meisten Gründer doch wahre Erfolgsgeschichten schreiben, um es mit den Worten von Bitkom Präsident Dieter Kempf zu sagen. Daher appelliert er an den potenziellen Geldgebern, die deutschen IT-Start-ups zu unterstützen. Denn wird diesen in der schweren Startphase geholfen, können sie zu erfolgreichen weltweit agierenden Unternehmen aufgebaut werden. Wer Investitionen scheut, verbaut seine Chance, an späteren Gewinnen zu partizipieren.

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