Nach wie vor gutes Geschäft mit dem Mythos Nummernkonto in der Schweiz, auch in Tagen wo Daten CDs an die Regierung verkauft werden. An den berühmt berüchtigten Schweizer Nummernkonten verdienen die Schweizer Banken nach wie vor gut, auch wenn die Kontrollen an den Grenzen schärfer geworden sind und es die Nummernkonten selbst schon seit 1998 nicht mehr gibt. Hintergrund ist der Streit um die CD mit den Daten der Steuersünder aus Deutschland. Denn aus Rache für den Ankauf eben dieser CD durch die deutsche Regierung legte nun ein Abgeordneter der rechtspopulistischen Schweizer Volkspartei (SVP) einen Entwurf für ein Gesetz vor, das dazu führen kann, dass das Bankgeheimnis über Schweizer Konten von deutschen Politiker, Parteien und anderen Amtsträger und Gewerkschaften führen kann. Hierbei lässt der Abgeordnete ausdrücklich Bezug nehmen auf Bundesfinanzminster Wolfgang Schäuble, der in Parteispendenaffäre der CDU eine sehr wichtige Rolle spielte.
Da die Schweiz nun nicht mehr interessant ist für deutsche “Steuerhinterzieher” orientieren diese sich um und gehen zum Beispiel auch nach Österreich. Und zwar lockt hier die Bank Jungholz neuerdings zahlreiche deutsche Steuerflüchtlinge an. Und zwar mit dem sogenannten Goldfinger-Nummernkonto. Im Gegensatz zu der Schweiz, wo sich Kontoeröffner seit 1998 mittels Personalausweis ausweisen und auch eine gültige Anschrift vorlegen müssen, ist dies dort nicht erforderlich. Dort läuft alles per Passwort. Sogar bei der Ein- und Auszahlung von Geld müssen sich die Kontoinhaber seit Juli 2004 ausweisen.
Dennoch verdienen die Schweizer Banken sehr gut mit derartigen sogenannter Inhaberkonten, auf denen von deutschen Bundesbürgern immer noch rund 175 Milliarden Euro lagern. Die beiden großen Banken UBS und Credit Suisse berechnen für derartige Konten eine stolze Jahresgebühr, und zwar 1.500 Franken (1.000 Euro). Das ist mehr als das 20fache wie für ein normales Konto. Ein “Goldfinger-Nummernkonto” in Österreich kostet lediglich 200 Euro jährlich an Gebühr.