Geldpolitik in der Liquiditätsfalle


Die Wirtschaft erhält Milliarden von den Zentralbanken, doch bleibt die Nachfrage nach Krediten auf der Strecke. In China droht bereits eine neue Gefahr. Die Geldpolitik Frage steht im Raum, warum man es nicht schon längst mit einer Deflation, einem sinkenden Preisniveau, zu tun hat. Die Inflationsraten haben nur wenig auf die Rezession in den Jahren 2008 und 2009 reagiert.

Inflation und Deflation als Mittel der Geldpolitik

Das Wirtschaftswachstum betrug in den hochentwickelten Ländern noch 13 Jahre vor der Krise im Schnitt 2,8 Prozent, wenn man es am realen Sozialprodukt misst. Danach betrugen die Zuwächse, unter Einbeziehung der Zuwachsrate, die vom IWF prognostiziert wurde, nur noch 0,6 Prozent. Die Lücke zwischen dem, was tatsächlich produziert wird, und dem, was produziert werden könnte, ist riesig. Das sieht in Deutschland nicht viel anders aus, überall liegen die Arbeitslosenquoten in der Nähe der historischen Höchststände. Die Preise für die Verbraucher haben sich von 1995 bis 2007 durchschnittlich um 2,06 Prozent erhöht, sechs Jahre danach erhöhten sie sich nur noch um 1,9 Prozent.

Die Inflationsrate müsste in den USA aufgrund der schlechten Kapazitätsauslastung bei minus drei Prozent liegen. Man fragt sich, ob die Inflation nichts mehr mit dem Auf und Ab in der Realwirtschaft zu tun hat. Der IWF hat erkannt, das dies einerseits mit den Löhnen und andererseits mit der Glaubwürdigkeit der Notenbanken zu tun hat. Die Arbeitslosigkeit ist anhaltend hoch, dadurch hat sich der Anteil der Langzeitarbeitslosen erhöht. Sie haben ihre berufliche Qualifikation verloren und haben kaum noch eine Chance auf normale Jobs, daher spielen sie keine Rolle bei Lohnverhandlungen. Angebot und Nachfrage auf den Arbeitsmärkten für qualifizierte Arbeitskräfte bestimmen die Lohninflation. Die Verbindung zwischen Konjunktur und Löhnen wurde durch die strukturelle Arbeitslosigkeit gekappt. Die Inflationsraten sind von den Löhnen bestimmt und gehen daher bei starker Arbeitslosigkeit kaum zurück.

Inflationserwartungen durch Notenbanken gedämpft

Der IWF glaubt, den Nachweis erbracht zu haben, dass die Notenbanken die allgemeinen Inflationserwartungen nachhaltig dämpfen konnten. Sie haben die verkündeten Inflationsziele erreicht, denn sie verfügen über die notwendigen Instrumente und sind politisch unabhängig. Sie könnten auch künftig die Inflation auf ungefähr zwei Prozent halten. Diese Erwartungen fließen in Lohnverhandlungen ein, was über die Inflation der Preise für die Verbraucher entscheidet. Für den IWF gibt es keine Alternativen zur Marktflutung mit Geld der Zentralbanken, dem Ankauf riskanter Anleihen und zu Minizinsen. Die Nachfrage nach Krediten ist schwach, wenn die Haushalte, Regierungen und Banken vor allem Schulden abbauen wollen.

Im Augenblick ist die Geldpolitik kein relevanter Akteur in der Wirtschaft, da sie sich in der Liquiditätsfalle befindet. So lange dieser Zustand anhält, ist ein Ende des reichlich vorhandenen Geldes nicht absehbar. Angesichts der geringen Auslastung und des Abbaus von Schulden könne es in einigen Ländern zu einer Deflation kommen, ein Crash in China könnte der Auslöser sein.

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