Bundesbank prüft Banken aufgrund von Niedrigzinsen


Baukredite mit Laufzeiten von zehn und mehr Jahren werden zu niedrigen Zinsen angeboten. Was passiert jedoch, wenn die Zinsen schnell ansteigen? Die Bank gelangt in diesem Fall teuer an frisches Geld, doch bleibt sie auf den Niedrigzinsverträgen sitzen. Diese Situation wird von der Bundesbank geprüft.

Die Bundesbank Aufsichtsbehörde prüft

Die Belastungen der Banken durch die gegenwärtig niedrigen Zinsen sind ein Anlass für die Aufsichtsbehörden, Prüfungen vorzunehmen. Die Bundesbank verlangt ausführliche Rechenschaft von den deutschen Banken, welche Auswirkungen die andauernden Niedrigzinsen auf die Ergebnisse haben. Die Banken sollen darlegen, wie sich ein plötzlicher Zinsanstieg auf ihre Ertragskraft auswirkt. Vor allem die Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Sparkassen leiden unter dem niedrigen Zinsniveau, mit dem die Europäische Zentralbank die Konjunktur wieder ankurbeln will. Gerade sie sind es, die über Spareinlage in Milliardenhöhe verfügen.

Unterstützung durch deutsche Banken

Die Erhebung wird durch die deutschen Banken unterstützt, doch verlangen die Banken mehr Zeit. Am 11. September 2013 forderte die Bundesbank die Banken auf, ihre Daten bis Ende September 2013 vorzulegen. Die Deutsche Kreditwirtschaft fordert in einem Brief an die Bundesbank eine Verlängerung der Frist bis Ende Oktober, da viele Banken sonst überfordert wären. Viele der angefragten Daten liegen laut Aussage der Banken nicht standardgemäß vor, sie müssen erst erhoben werden. Die Einschätzung der künftigen Ergebnisse durch die Fristentransformation gehört dazu. Dabei handelt es sich um die langfristige Vergabe von Krediten durch die Banken und die kurzfristige Refinanzierung. Weiterhin sind die zuständigen Abteilungen der Banken gegenwärtig damit beschäftigt, die neuen Regeln der Aufseher umzusetzen. Noch hat die Bundesbank nicht entschieden, dem Wunsch der Banken nachzukommen. Sie erklärt, dass sie noch im Dialog mit den Banken sei. Einige Erkenntnisse fehlen noch, um eine endgültige Entscheidung zu treffen. In Aufsichtskreisen heißt es, dass es keine speziellen Vorfälle gibt, die zu dieser Erhebung geführt haben, es sei lediglich das Tagesgeschäft der Aufseher.

Auskunft über die Lage der Banken

Um Aussagen über die Solidität und die Lage der deutschen Banken zu treffen, sind diese Daten wichtig. Vor allem die Institute, die über zahlreiche Spareinlagen verfügen, sind von der Niedrigzinsphase besonders betroffen. Der Zinsüberschuss ging bei den Sparkassen im letzten Jahr auf 23,2 Milliarden Euro zurück, was einem Rückgang von 2,6 Prozent entspricht. Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon rechnet im laufenden Jahr mit einem weiteren Rückgang von ca. 500 Millionen Euro. Die betriebswirtschaftliche Herausforderung, der man nur auf der Kostenseite begegnen kann, verschärft sich mit zunehmender Dauer sowie mit dem Auflaufen von hochverzinslichen Anlagen und Krediten.

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